Gestaffelter Mutterschutz
Frauen nach Fehlgeburten endlich besser geschützt – weitere Schritte notwendig
Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) begrüßt die in der vergangenen Woche beschlossene Reform des Mutterschutzgesetzes, die erst-mals einen gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten ab der 13. Schwangerschafts-woche einführt. Doch es gibt aus KDFB-Sicht noch Handlungsbedarf in Bezug auf gesellschaftliche Akzeptanz, Förderung von Forschung und eine frühere Staffelung des Mutterschutzes.
Diese Reform des Mutterschutzes zeigt, dass die Bedürfnisse von Frauen in schwierigen Lebenslagen nun stärker beachtet werden. „Mit dieser Regelung wird anerkannt, dass Frauen nach Fehlgeburten nicht nur körperliche, sondern oft auch emotionale Erholung benötigen. Es ist ein großer Fortschritt, dass die Gesetzgebung dies nun berücksichtigt“, erklärt KDFB-Vizepräsidentin Monika Arzberger.
Trotz dieses erfreulichen Fortschritts sieht der KDFB weiteren Handlungsbedarf. „Die neue Regelung ist ein wertvoller Schritt in die richtige Richtung, aber es bleibt noch viel zu tun, um den Schutz und die Unterstützung von Frauen nach Fehlgeburten umfassend zu gewährleisten“, betont Arzberger. Aus Sicht des KDFB ist es dringend notwendig, die gesellschaftliche Sensibilisierung für Fehlgeburten und den Mutterschutz weiter zu stärken. Fehlgeburten sind noch immer ein Tabuthema, obwohl sie viele Frauen und Familien betreffen. „Offene Aufklä-rung und eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz sind entscheidend, um betroffenen Frauen die nötige Unterstützung zu bieten“, so Arzberger.
Zudem plädiert der KDFB für eine verstärkte Förderung von Forschung, um die medizini-schen und psychosozialen Folgen von Fehlgeburten besser zu verstehen. Auf dieser Basis könnten gezielte Unterstützungsangebote entwickelt werden, die den individuellen Bedürfnis-sen der betroffenen Frauen gerecht werden. Auch eine frühere Staffelung des Mutterschutzes sollte geprüft werden, um den besonderen Belastungen, insbesondere in den ersten Wochen nach der Fehlgeburt, besser Rechnung zu tragen. Die neue Regelung greift derzeit ab der 13. Schwangerschaftswoche.
„Die Einführung eines gestaffelten Mutterschutzes nach Fehlgeburten ist ein starkes Signal, das Mut macht und Hoffnung schenkt. Der KDFB wird sich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Frauen in belastenden Lebensphasen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen und dass der Mutterschutz konsequent an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet wird“, so Arzberger abschließend.
Anne Rauen
Leitung Kommunikation und stv. Pressereferentin
KDFB Bundesverband
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